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Neue Studie warnt: Stärkere Erderhitzung durch Klimarückkopplungen möglich

Symbolbild: Abtauende Permafrostböden auf Herschel IslandCopyright: Boris Radosavljevic (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0
Symbolbild: Abtauende Permafrostböden auf Herschel Island
Copyright: Boris Radosavljevic (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0

Potsdam (Deutschland) – Eine neue Studie zeigt, dass die Erderhitzung in den kommenden tausend Jahren stärker ausfallen könnte als bisher angenommen. Besonders langfristige Rückkopplungen im Klima- und Kohlenstoffkreislauf, etwa das Auftauen von Permafrost, könnten die globale Temperatur weiter steigen lassen und das Ziel des Pariser Abkommens gefährden.

Laut der im Fachjournal „Environmental Research Letters“ (DOI: 10.1088/1748-9326/adb6be) veröffentlichten Studie von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) könnte selbst bei geringen bis moderaten Emissionen eine erhebliche Temperatursteigerung eintreten.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass selbst vermeintlich sichere Emissionsszenarien nicht ausreichen könnten, um unter der Zwei-Grad-Grenze zu bleiben“, erklärt Hauptautorin Christine Kaufhold vom PIK. „Dies unterstreicht die Dringlichkeit einer schnelleren Emissionsreduktion.“

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Langfristige Projektionen erstmals über 1.000 Jahre

Die Studie hebt sich von bisherigen Untersuchungen ab, indem sie Klimaprojektionen über einen Zeitraum von 1.000 Jahren erstellt. Dabei wurden erstmals alle wesentlichen Rückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf, einschließlich Methan, berücksichtigt.

Das Forschungsteam nutzte das Erdsystemmodell CLIMBER-X, das physikalische, biologische und geochemische Prozesse integriert. Durch die Simulation verschiedener Emissionsszenarien konnte das Team abschätzen, wie stark sich Rückkopplungen auf die Temperaturentwicklung auswirken könnten. „Wenn sich die Klimasensitivität als höher erweist als die derzeitige beste Schätzung, müssen Emissionen noch schneller reduziert werden“, so PIK-Forscher Matteo Willeit.

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Klimasensitivität als Schlüsselfaktor

Eine entscheidende Rolle spielt die Klimasensitivität (ECS), die angibt, wie stark die Temperatur bei einer Verdopplung der CO₂-Konzentration steigt. Die Simulationen zeigen, dass das Pariser Klimaziel nur mit sehr niedrigen Emissionen und einer ECS unter 3 Grad Celsius erreichbar ist. Liegt sie darüber, steigt das Risiko unkontrollierbarer Erwärmung.

PIK-Direktor Johan Rockström warnt: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich das Zeitfenster zur Begrenzung der Erderhitzung rapide schließt. Bereits jetzt destabilisieren wir das Erdsystem, was Rückkopplungen auslösen und zu einer beschleunigten Erwärmung führen könnte.“

Die Studie macht deutlich, dass schnelle und tiefgreifende Maßnahmen zur Emissionsreduktion erforderlich sind. „Das Pariser Abkommen ist nicht nur eine politische Zielmarke, sondern eine physikalische Grenze“, betont Rockström. „Was wir heute tun, wird das Klima der kommenden Jahrhunderte bestimmen.“

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Recherchequelle: PIK

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Andreas Müller
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